24
Dezember
2007

Aussenstadtion Mgama

Vielen lieben lieben Dank fuer all Eure Nachrichten, Glueckwuensche,…. momentan hab ich sehr selten Internet… aber wenn sich das aendert schreib ich zurueck……!!!!!!!!! Hab mich echt sehr gefreut, dass so viele an mich gedacht haben!!!!!!!

DIES IST WIEDER EINER VON DREI EINTRAEGEN …
ALSO RUNTER SKROLEN (ODER SO AEHNLICH) UND VIEL SPASS!!!!

kubwaaaaaaaaa…

Am Sonntag den 23.Dezember, bin ich gemeinsam mit Father Toni, dem Katechisten und einer Frau aus dem Dorf zur Aussenstadtion Mgama gefahren.

Es geht wieder in Richtung Dar Es Salaam, aber nach etwa 10Minuten biegen wir diesmal links ab, in den Busch. Der Busch sieht hier aus wie eine riessige Schilffwiese. Die Gegend kann man als bewohnt bezeichnen, auf unserem Weg durchqueren wir kleine Doerfchen, einzelne Haeuser, fahren vorbei an Bananen-, Wassermelonen- und Maisfeldern, vorbei an gerodeten Feldern, die noch vor sich hin qualmen. Die “Strasse” ist gerade breit genug fuer zwei Autoreifen, Toni ist ein geuebter Fahrer und brettert den holprigen Schlaglochweg entlang, dass wir nur so durch geschuettelt werden. Wir fahren ca. eine halbe Stunde, der Busch wird wieder dichter, die Haeuser wieder weniger, wir durchqueren ein Massaidorf aus richtigen Ziegelhaeusern und stehen ploetzlich davor.
Die Aussenstation Mgama, eine kleine Lehmkirche ohne Kreuz auf dem Dach. 30Frauen und Maenner mit etwas 10Kindern begruessen uns klatschend. Im Hintergrund der kleinen Kirche ragt ein Ziegelgrundbau empor, hier wird mit vereinten Kraeften eine richtige Ziegelkirche errichtet, momentan stockt es etwas, da die Mittel knapp sind.
Waehrend der Beichtgelegenheit versuche ich mich mit meinen fuenf Brocken Swaheli zuverstaendigen, es ist ein sehr herzlicher Empfang und ein grosses Intersse daran warum ich hier bin.
Die Kirche besteht aus einem Raum, der Altar ist etwas erhoeht, ein richtig gezimmerter Tisch. Im Hintergrund haengt ein schlichtes aber sehr grosses Kreuz. Auch die Kirchenbaenke sind gezimmert, wenn auch schon etwas angeknackt, aber mit Kniebaenkchen.
Ein Chor aus ca. 10Leuten gibt sich aller groesste Muehe, waehrend dem Gottesdienst scheinen sie aufzuwachen und singen immer klarer und mit immer mehr Freude.
Nach dem Gottesdienst stellt mich Father Toni vor und erzaehlt, dass ich Kindergaertnerin bin, warauf ein froehliches Getriller ausbricht. Wir werden zum Essen eingeladen. Der Altartisch wird zum Esstisch umgewandelt, es gibt Kuku (Huehnchen, dass teuerste Fleisch in Tansania), Reis mit roten Bohnen und etwas Fleischbruehe und Soda. Es schmeckt nicht anders als bei uns im Pfarrhaus und noch geht es meinem Magen gut…
Nach dem Essen gehe ich etwas draussen umher und werde verschiedenen Leuten vorgestellt. Ein Kind steht etwa einen halben Meter vor mir schaut mich an und ruft: “Msungu kubwaaaaaaaaaaaa!”und laeuft weinend weg. Das heisst so viel wie “grosser Auslaender”, naja man kann ja nicht alle Herzen brechen.
Nun steigen alle moeglichen Tansanier bei uns ein und wir fahren ca. acht Minuten zum Grundstueck des Katechisten, unser erstes Geschenk ein schwarzes Kuku verdreckt uns schon den Kofferraum.
Der Weg wird von zwei Reifengroesse auf eine Reifengroesse verkleinert und es ruckelt noch ordentlicher.
Das Gehoeft des Katechisten ist sehr gepflegt, Toni bezeichnet die Haeuser als fortschrittlich. Einige Haeuser, Maisspeicher, ein Huehnerstall mit vielen Hennen, Kueken und Haehnen, Kuehe und kleine bis grosse Ziegen, ein Wachhund der gerade kleine Welpen geboren hat und eine ganze Familie von watoto (Kleinkindern) bis zum Mzee (Grossvater) leben hier zusammen.
Wir werden herzlichst begruest und bekommen mindestens 50 Kilo Mais geschenkt, der aus einem Maisspeicher mit Hilfe von drei Leuten herausgeschoepft wird.
Ein Tumult entsteht auf dem Hof, die Kinder jagen ein Huhn und alle Ziegen, Kuehe und Hunde machen mit. Das Huhn ist gefangen und zwar ein weisses und es ist ein Geschenk an die weisse Dada (Schwester), die es etwas unbeholfen in Empfang nimmt, die Beine sind zusammen gebunden, aber die Fluegel flattern noch.
Die Maiskoerner, die neben die Saecke fallen werden von den Ziegen und den Huehnern schnell aufgepickt, da kann der Mzee noch so mit seinem Stock schlagen.
Es ist ein toller familiaerer Tumpult in dem ich mittendrin stecke.
Mit vereinten Kraeften werden die Maissaecke eingeladen und das weisse Huhn lernt das schwarze Huhn kennen. Wir verabschieden uns und holpern den Weg zurueck zur Kirche, hier warten drei alte Leute, die ein Stueck mitgenommen werden wollen. Sie nehmen im Kofferraum auf den Maissaecken und den Huehnern Platz, ein grossartiges Bild, wir sind ein richtig tansanisches Auto. Bei ihrem Dorf lassen wir sie raus und legen das letzte Stueck alleine zurueck.
Ich gebe mir Muehe, alle, alle Bilder, Eindruecke, jeden Moment in meinem Kopf zuverankern…
… solche Ausfluege sind einfach sagenhaft!!!

Das wir wohl mein letzter Eintrag aus Tansania sein!? Die Jugendtage waren übrigens grandios, aber das ist ein langes Thema für sich… ein andermal vielleicht….

Ja, Ihr alle
Ich wünsche Euch von Herzen ein ruhiges, gemütliches und besinnliches Weihnachtsfest, schicke Euch ganz viel „pole pole“ aus Tansania gemeinsam mit den aller liebsten Grüßen und ein Bussi für die, die sich sonst wieder beschweren (SMILE)…



2 Kommentare

  1. Didi:

    auch dir frohe Weihnachten und viele liebe Grüße von den kochlern:-) dir noch ein paar wunderschöne letzte tage in tansania und einen guten flug nach südafrika.Freu mich achon auf weitere spannende abenteuer:HdGGDL Didi

  2. Kligers Robert:

    Liebe Simone!
    Nachträglich sage ich Dir: Frohe Weihnachten! Wir hier in Warnberg hatten heute am 26.Dezember, am Stephanstag, das Glück, das uns Hans Hubert besucht hat und auch die Predigt in der Kapelle hielt. Danach trafen wir uns zu einem Festessen mit einer kleinen Gruppe in der Muthstrasse und um vier Uhr kamen alle zu einem Kaffee dazu. Anschliessend konnten wir zusammen den wunderbaren Film über die Wallfahrt nach Telgte anschauen. Den Nachmittag beschlossen wir mit einem ausführlichen Erzählen über die Weihnachtsfeiern an den verschiedenen Orten und mit einer Vesper, in der wir dank Clemens eine neue Antiphon von Peter Schneider singen konnten.
    Es war ein wunderbarer Abschluss des Festes!
    Liebe Grüße
    Robert



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