2
April
2008
hier geht der Strom und das Internet somit auch nicht sorecht und daher hats mal wieder lang/lang gedauert…
Sonntag:
Nach nem gemuetlichen Fruehstueck gehts im Auto wieder Richtung Kapstadt. Der Tafelberg liegt die ganze Zeit strahlende vor uns, zum Anfassen nahe scheint er zu sein, keine einzige Wolke… und genau da wollen wir auch rauf. Der Parkplatz ist ueberfuellt und an der Bahn stehen sie fuer Stunden an, aber wir sind ja auch um einiges sportlicher und wagen uns an den Aufstieg. Etwas 15 Minuten schlaengelt sich die Strasse am Fuse des Berges entlang bis sie dann rechts ab, einfach gradehoch geht (so hat es uns ein Kioskbesitzer beschrieben, der die Strecke auch als einfach einstuft). Gerade hoch heisst Millionen von Steinstufen, sowas wie natuerliche Steinstufen, also eine so hoch, dass man sich hoch hiefen muss und die naechste klein fuer Ameisen. Nach wenigen Metern brennen die Oberschenkel und auch die Sonne brennt unbarmherzig von oben auf uns herab. ABER, die Aussicht, das kleine Fluesslein, die Echsen und nochmal die Aussicht, die mit jeden Schritt etwas mehr von der Groesse Kapstadts preisgibt. Wir sind zwei von recht vielen Touristen, die sich ehrgeizig den Berg herauf quaellen und so motiviert man sich gegenseitig, ueberholt sich, holt sich bei der naechsten Pause wieder ein, tauscht lustige Ratschlaege aus, erzaehlt sich irgendwann von Berufen, Familie, Land… und dann ein erster Schatten, etwas zu klein fuer uns alle, aber erleichtert kuscheln wir uns aneinander und geniessen die kuehle Pause. Etwa drei Stunden sind wir unterwegs, der Wind wird staerker und hat schnell allen Schweiss trocken gepustet und noch einen letzten grossen Schritt….. wir sind oben… und wow, beieindruckend, ein voellig flacher Berg, von dem aus man in jede Richtung herrunter gucken kann. Wir geniessen stolz den Ausblick. Runter fahren wir dann mit der Gondel, aber pssst…
Vom Tafelberg gehts ab in die City zum afrikanischen Kuenstlermarkt, an dem wir uns als fleissige Touristen beliebt machen. Nun haben wir einen Termin mit einem Trommelmann. In einer Seitenstrasse der Longstreet teilt er sich mit seinen Raegge-Kiffer-Freunden ein kleines Geschaeft. Trommeln, gross-klein, dick-duenn, bunt-schwarz, mit Giraffen und Elefanten stehen einladent auf der Strasse. Waehrend betoehrender Raeucherstaebchenduft aus dem Geschaeft stroemmt, haben wir uns beide in ein Exemplar verliebt und machen uns ausfuehrlich damit vertraut. Ein lustiges Bild, dass den einen oder anderen gucken laesst. Nach harten Verhandlungen, staerken wir uns beim Mexicaner neben an. Ein echter Touristentag, an dem man fast schon vergessen hat, dass man in Afrika mit all seinen Problemen ist. Schnell sind unsere Maegen gefuellt und noch so manches auf dem Teller, eine Frau mittleren Alters, gut angezogen kommt zu uns und fragt, ob wir ihr Geld geben koennen. Nach kurzem zoegern, biete ich ihr unsere Reste an. Ein strahlendes Gesicht antwortet ja und mit vollem Genuss schlendert die Frau die Strasse entlang und isst vielleicht ihr erstes mexikanisches Essen. Und uns hift es wieder etwas auf den Teppich zu kommen, die Augen zu oeffnen, dieses Land bewusster warzunehmen und auch zu sehen wie einfach gluecklich sein sein kann…
Montag:
Nach stundenlangem, abendlichem trommeln, hat die erste Trommel einen Riss und somit werden alle Stellboschplaene gekenzelt und wieder gehts ab nach Kaptown. Schnell is die Trommel umgetauscht (um einiges einfacher als erwartet) und wir goennen uns noch einen letzten Spaziergang die Langstreet entlang, saugen all die Eindruecke auf, dieser pulsierenden Stadt mit all ihren Gesichtern, Geschaeftsideen und Gegensaetzen.
Am Abend kommen ein paar nette Leutchen zu einem bayrischen Abend. Bei echter Muenchnerweisswurscht (aus der Dose), Suessemsenf, Brezeln, Obazda, Knoedeln und Schwammerlsauce, findet, dem Weingut gerecht, eine echte Bierprobe statt. Und ich schwelge in Erinnerungen, Vorfreude, rueckblickender Freude und auch einer Freude auf den Monat der mir noch bleibt.
dumone
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10
März
2008
Samstag:
und dieser Tag ging schon sehr Straussi an…
..ein kleines Probehaeppchen Strausenei zum Fruehstueck, fast wie Griesbrei schmeckt es – baie lecker – wuerde die Afrikaans sagen. So gestaerkt machen wir uns auf zu den Cango Caves. Wunderschoene Tropfsteinhoellen umgeben von den weichen Kuschelbergen. “Da sind Kamele!”, ruf ich und so drehen wir mit quietschenden Reifen um und tatsaechlich ein Kamaelritt wird hier angeboten. Wir entscheiden uns jedoch bis zu den Hoehlen zufahren. Hier kann man eine Adventurtour buchen, also ran an den Speck. Wir gehen einige Stufen ins Innere der ersten Hoehle, riessige bis minikleine Tropfsteine empfangen uns. Die Fuehrerin erzaehlt uns, dass ein Forscher nur mit einer Petroliumlampe diese Hoehelen erforscht hat und so macht sie das Licht aus, man kann sich nicht vorstellen, wie duster es ist. Nun beginnt unsere Adventurtour, auf allen vieren kriechen wir durch 28 cm breite Schaechte, schlaengeln uns durch einen Kamin von 30cm Durchmesser und einer Laenge von ca. 2,5 Metern und quetschn uns durch ein Loch von ca. 24cm, das heisst dann orderntlich Bauch einziehen. Aber all diese besondern,nahe zu extremen Dinge machen unseren Tripp ja auch so einzigartig. Und mit dieser Adventurtour hat man die Hoehlen richitg gespuert und nimmt auch ein bis zwei Blaueflecken mit nach Hause (unter www.cangoclaves.co.za und dann adventurtour koennt ihr euchmal ein paar Werbefotos angucken).
Mit einem stolzen Gefuehl im Magen machen wir uns auf zur Welt beruehmten Highland Straussenfarm. Wir werden herzlich begruesst und begeben uns mit einem deutchen Ehepaar und einem witzigen englischen Paaerchen, dass wir schon aus unserer Unterkunft kannten auf eine Fuehrung. Von den Federn bis zum Leder wird uns alles erlaeutert, bis wir unsere eigene erste Erfahrung machen duerfen – Straussen fuettern – hektisch picken sie auf unsere Haende ein und mehr als die Haelfte faellt daneben (man sagt uns auch, dass es die duemmsten Tiere der Welt sind.) So richtig nah kommen wir den Tieren dann im naechsten Gehege. Mit einem Dornenstrauch bewaffnet werden wir direkt an ein Nest heran gefuehrt, indem auch ca. 8 Eier liegen. Koennt ihr euch vorstellen, dass so ein Ei bis zu 120 Kilo tragen kann. Wie auf rohen Eiern tappsen wir vorsichtigst und tatsaechlich, keines bricht! Nun kommt Thomas Auftritt immer naeher! Man kann nun auf einem Strauss sitzen, mir tut das Tierchen etwas leid, daher streichel ich es nur und auch das ist schon eine erstaunlich Erfahrung, ABER Thomas wagt einen Ritt – ja! einen Ritt. Er setzt sich hinten drauf haelt sich an den Fluegeln fest und brischt los. Wie ein professioneller Straussenreiter sieht er aus und wir von allen bejubbelt.
Mit diesen ganzen Vogeleindruecekn machen wir uns auf den Weg nach Montagu. Nach einem kurzen Bibbern und einer nahe zu Punktlandung entkommen wir unserer ” we like our tripp without sprit” Erfahrung und landen hungrig, aber gut in Montgue, wo wir zwischen traumhaften Bergen, Huegeln und Steinfelsen unser Zelt ein letztesmal aufschlagen.
Sonntag:
Nach einem kalten Pizzarestefruehstueck machen wir uns auf, um die heissen Quellen zu besuchen. Sehr enttaeuschend, ein riessiges Schwimmbad empfaengt uns, hier soll heisses Quellwasser hineinfliessen, aber zwischen den ganzen Kindern und ihren Beduerfnissen und auch unseren romantischen Vorstellungen von einsamen Bergquellen, lockt es uns so gar nicht und so machen wir uns lieber auf Richtung Heimat.
Bei Daemmerung schlendern wir die Long Street entlang und bewundern die Farben praechtigen Balkone, die buntbemalten Haeuser,… Am Kontainerhafen im Panama Jake essen wir frischen Fich und Languste um uns dann mit vollstem Magen noch schnell von Marieke zu verabschieden, die nun wieder in den Niederlanden ist.
Und, JA, wir geniessen unsere erste Nacht im Bett sehr…
… Fortsetzung folgt…
dumone
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8
März
2008
Donnerstag…
Die gardenroute entlang gehts witer Richtung Port Elizabeth. Wir entdecken den zweiten big tree, der der auch in der Karte eingezeichnet ist, sind dann aber nicht mehr ganz so beeindruckt. Umgeben ist der big tree von einem richtigen, maerchenhaften Feenwald und auf kleinen, quietschenden Holzbruecken naehert man sich dem grossen Holzstamm. Unser naechster kurzer Halt ist auf der Stromriverbridge, hier sagt man, dass das Wasser ganz schwarz sein soll, aber auch dass ist in der Trockenzeit nicht all zu beeindruckend.
Die Landschaft umsullt uns wieder, klaffende Schluchten, bralle, gruenschimmernde Berge, verschlafene, heruntergekommene Staedte, bis hin nach Francisbaai. Die Haeuser sind mit Wasserstrassen verbunden und wenn man dann seinen Weg, heraus aus den Einbahnwegen gefunden hat, erstreckt sich ein kilometerlanger einsamer Sandstrand vor uns. Bund funkeln die Muscheln im Sonnenlicht und der Ozean lockt doch sehr bei der bruehenden Hitze. Hochmotiviert werden die Kleider vom Leib gerissen, anlauf genommen und…. brrrrrrrrr….. quietschend zurueck geschreckt. So geniessen wir einen kleinen Spaziergang am Strad entlang.
Nach einem kurzen Stopp in Jefreysbaai (der Strand kann den voherigen nicht mehr toppen!), fahren wir durch bis Port Elizabeth.
Hier schwappen meine Emotionen ueber, vieles erinnert an Dar es Salaam. Die Stadt ist von farbigen gepraegt, das Leben findet auf der Strasse statt, Strassenhaendler brangern ihre Ware an, kleine Eimer sind mit Fruchtbergen gefuellt,… ich koennte Stunden nur gucken und in Erinnerungen schwelgen, aber…
unser Endziel ist ja der ADDO Elephantpark. Etwa eine halbe Stunde von unserem Ziel erstreckt sich ein riessiges Townshipviertel, dem ein grosser Friedhof angschlossen ist. Ueber kilometer funkeln Metallschilder. Mich bringt dieser Anblick wieder etwas auf den Boden zurueck, regt mich wieder etwas an, ueber all diese Unterschiede, dieses Wegsehen, dieses Unwissen,… nachzudenken. Im Park bauen wir unser Zelt auf, werden noch vor herum tollenden Affen gewarnt und geniessen etwas ausserhalb ein leckers Abendessen, waehrend uns ein schonfast deutsch erscheinender Rauhhaardackel um die Beien fleucht. Frueh gehts ins Bett, da um 6:oo Uhr Safaria angesagt ist.
Freitag…
Augen reibend und war eingeluemmelt machen wir uns auf zum morningsafari Treffpunkt. In einem recht grossen Chepbus sichern wir uns die hintersten Plaetze und gerade als die Sonne schon richtig aufgegangen ist, gehts dann schon los. Nach wenigen Metern sehen wir schon eine kleine Bueffelherde, die sich jedoch schnell davon stiehlt, als wir uns naehern. Der Fuehrer erzaehlt uns, dass der Schwaechste ganz hinten in der Kolonne gehen muss, da die Loewen immer von hinten angreifen… Thomas und ich drehen uns noch so manchesmal besorgt um. Einige warthock Schweine kreizen unseren Weg und ettliche kuddu, mit ihren grossen, scheuen Augen, starren sie erstaund auf uns, bevor sie sich mit ihren schoen geschwungenen Hoernern umdrehen und elgant davon trabben. Der Fahrer stoppt ruckartig, ermahnt zur Stille und setzt einige Meter zurueck, aber die buschratte hatte sich schon in ihren Gang zurueck gezogen.
Wir fahren mehrere Momente durch den Busch, die Sonne steht mittlerweile schon sehr hoch und wirft ihren goldenen Schein auf die Landschaft, aufmerksam schauen wir um her und da
etwas oberhalb auf einem Weg stolziert, in seiner ganzen Pracht ein Loewenmaennchen. Erfuerchtiges Schweigen erfuellt den Bus, bis der Loewe hinter der naechsten Kuppel verschwunden ist. Nun fahren wir nach ca. eine halbe Stunde durch den Park und sehen nichts, die Augen werden schon wieder muede und der Magen knurrt nach Fruehstueck, als der Wagen erneut abruppt stehen bleibt…
nur wenige Zentimeter vor uns kreuzt ein Leowenweibchen die Strasse, die wirkt fast arrogant, wie sie uns keinerlei Aufmerksamkeit schenkt. Sanft und doch bedrohlich, setzt sie eine ihrer riessigen Pranken vor die andere. Der Fahrer meint bloss still bleiben und wenige Momente spaeter kommt in weiteres Loewenweibchen aus dem Busch geschlichen und dann noch aufrechter als zuvor, den Kopf hocherhoben schreitet Herr Loewe mit seiner Zottelmaehne ueber die Strasse. Stolz Zeuge dieses Ereignisses zu sein fahren wir weiter, mit dem doch recht sicheren Wissen, dass es das nun auch war.
Wirklich zwei Meter vor dem Ausgangstor steht er dann: der Addoelephantpark Elephant. Treage mampfte er an einem Ast, auch er wuerdigt uns keines Blickes und so koennen wir ihn nahezu anfassen koennten. Grosse, vertraeumte Augen, faszinierende Tiefefallten, einen gelenkigen Ruessel, riessige Kartoffelstampfer und eine vollausgefahrene Maennlichkeit verabschieden uns aus dem Park.
Neben uns sassen ein paar Jugendliche aus Deutschland, die uns ein Privatreserve auf unserem Weg zurueck sehr ans Herz gelegt haben, und so packen wir unsere Sachen bereit fuer neue Tierabendteuer.
Unser Weg fuehrt uns nach P.E. zurueck und etwas weiter bis Seaview. Wir folgen der Beschilderung lionpark und biegen links ab. Nur fluesternd und in Schrittgeschwindigkeit bewegen wir uns fort, die Strasse ist eine Schotterpiste und hinter jeder Kurve erwarten wir eine Giraffenherde. Aber wir muessen uns auch noch nachdem eigentlichen Eingangsschild etwas gedulden, bis wir auf einer Lichtung erst ein Zebra entdecken und dann bei genauerem hinsehen die Tierwelt ueber uns einbricht. Eine Giraffenfamilie zupft genuesslich Blaetter vom Baum, Bueffel haben sich im hohen Gras breit gemacht, noch zwei weitere Zebras gesellen sich zum erst Erspaeten hinzu und scheinen uns zu beobachten und eine Antilope sitzt wir versteinert am Wasserloch. Wir nehmen uns Zeit um all das auf uns wirken zu lassen. Etwas ausserhalb gibt es ein eingezaeuntes Loewengehege. In der prallen Sonne liegen sie, sich die Schnauze faul leckend, andere verspeisen ihr gereichtes Futter. Durch ein Gehege kann man fahren, so unterschreiben wir fuer eventuelle Schaeden selbst aufzukommen, und wagen uns in die Hoehle des Loewens. Ein Weg fuehrt durch das Gehege und schon nach wenigen Metern sehen wir ein Leowenweibchen mitten auf dem Weg liegen. Was nun? Umdrehen is nicht, also langsam drauf zu fahren. Nur wenige Meter bevor wir bei ihr ankommen, steht sie auf und kommt auf uns zu, die Fenster werden bis zum Anschlag hochgekurbbelt, etwas verunsicherte Blicke ausgetauscht, die Loewin kommt immer naeher und immer naeher und… faellt direkt neben unserem Wagen, ab vom Weg auf die Seite und schlaeft weiter. Erleichtert schiessen wir Photos und fahren weiter. Etwas weiter gibt es ein Kaffee und eine Art Leowenaufzucht. Fuer ein paar Rand kann man hier in da sGehege der drei Monate alten Loewen gehen und sie streicheln. Sie jaggen mir schon enorme Erfurcht ein, diese suessen, drolligen, verspielten Kaetzchen, bei Thomas ist eher der Spieltrieb wieder ausgebrochen und so kann man ihn nur mit dem Besuch des 9 Moante alten Loewens locken. Hier ist dann auch Thomas etwas eingeschuechtert, wiegt doch so ein Tier schon um die 70 Kilo und sieht auch sonst schon viel jagtfaehiger und hungrig aus. Ich beobachte diese Aktion vom sicheren Elektrozaun aus.
Wir fahren zurueck auf die Hauptstrasse, wo uns noch aus dem nichts, ein Bueffel vors Auto laeuft, der aber mindestens genauso erschrocken ist wie wir und schnell wieder im Busch verschwindet. Voller Voller tierischer Eindruecke gehts weiter bis Oudtshorn. Hier finden wir Unterkunft im Garten eines voellig abgespaisten Backpacker-, Kuenstelerhauses. Hier versucht sich Thomas an seinem ersten Braii und ich muss sagen ” baie lecker!”…
… Fortsetzung folgt!!!
dumone
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5
März
2008
holter die bolter, krumsel bums,….
der Elefant is aufgewacht!!!! Und aus was fuer einem Traum!!!!!!!!!…..
Angefangen hat alles an einem Mittwoch:
Sowas von fruehmorgens kam der Thomas in Kapstadt an, und ja, nur der Thomas, sein Koffer stand dann noch 2 Tage in London. Gemeinsam mit Corinna, einer Freundin von Nadja (auch gerade zu Besuch) gings die verschiedenen Touripunkte in Kaptown abklappern. War ganz lustig, nun war ich mal auf der Seite der Fuehrerin und ich muss sagen, bin ganz schoen erstaunt, an was ich mich noch alles erinnern konnte. Aber all das steht weit hinten an, nach all dem was in der kommenden Woche folgte…
Montag
Eigentlicher Plan, mal schnell das Visum verlaengern und abgehts, war dann doch n paarl mal schwieriger, aber gegen Nachmittag hats dann soweit geklappt und unsere Tour konnte los gehen.
Schnell in Paarl noch ein Zelt gekauft, gings mit dem VW irgendwas (auf jeden Fall silber grau) blitzschnell in andere Welten. Die Bergketten hinter Franshoeck hatten uns schnell verschlungen, samtweiche Berge mit kalten Steinfelsen, lieblich plaetschernde Fluesschen und sich durch die Wildniss schlaengelnde Bergpaesse, liesen uns schnell glauben, dass das ein echter Tripp wird. Auch ich hab mich das erstemal am linken Steuer versucht und waehrend sich die Sonne langsam neigt, der Motor immer wieder aufheult, faerbt sich der Himmel in lila-pinke Feentoene.
Wir fahren die Gardenroute, und da man uns gesagt hatte, dass es hinter Mosselbaii erst richtig schoen wird (was wir uns nicht vorstellen koennen, is doch schon bombastisch), kneifen wir unsere Hinterbacken zusammen und laufen dann, bei glitzerndem Sternenhimmel in Mosselbaii ein. B&B waere angedacht, zeigt sich als nicht ganz so einfach und dann stehen wir in einer reissigen Golfdorfanlage und finden bei einem alten Paaerchen, auch als nicht Golfer ein gemuetliches Plaetzchen. Am naechsten Tag haben wir dann aber dann pseudogolf gespielt (koennt euch auf die Bilder freuen).
Frisch gestaerkt und die Kuehltruhe vollgepackt gehts weiter…
Dienstag
Irgendwie haben wir uns vertan und so brettert unser Landroververschnitt eine so richtig, echte, fast tansanische Landstrasse entlang, eine riessige Staubwolke bleibt lange hinter uns stehen, vielleicht eine super Deckung fuer wilde Tiere?
In Sicherheit kommen wir wieder auf eine geteerte Hauptstrasse zurueck und erreichen dann auch den Ort George. Als so durchschnittlicher Europaer ist es garnicht so einfach sich in einer scheins durchschnittlichen suedafrikanischen Stadt zurecht zu finden, bis zu Touristeninfo kommen wir immer und versuchen uns da die insteressantesten Informationen zu erhaschen. Auf der einen Seite moechte man ja nicht nur den durchschnittlichen Tourischmarrn machen und auf der anderen doch alles mit nehmen was geht, aber wir werden schon gut warm mit dem System.
Wir entscheiden uns den Montagupass zu fahren . Und es war mehr als die richtige Entscheidung. Bei Jungensinfonischenblasorchesterklaengen biegen wir in die erste Kurve ein und vor uns erstreckt sich eine kilometerweite in den verschiedensten gruen Toenen schimmernde Berglandschaft. Dunkle Schatten werfen sich gegen das Sonnenlicht und bis weit am Horizont erstrecken sich Berge. Bunte Blumen spriesen aus den Felskluften, ein kleiner Wasserfall erfrischt unsere Fuesse und wir geniessen einfach nur die Aussicht, die Ruhe und diese ueberwaelltigende Natur.
Unsere Unterkunft finden wir im Wilderness Nationalpark, (ganz sicher!!!!smile) stellen wir, umgeben von gruenen Kuschelbergen unser Zelt am Flussufer auf. Die erste Nacht im eigenen Haus mit der suedafrikanischen frischen Luft um die Nase, ist sehr erholsam.
Am
Mittwoch
fuehrt uns unser Weg durch eine nahezu bayerische Seen- und Berglandschaft, mit muhenden Kuehen, zum ersten grossen Baum, 800 Jahre soll er alt sein und is schon ziemlich gross.
Unser VW verwandelt sich zum Ralleycar und fegt ueber Knysna und Plattenbergbaai, direkt ins Meer. Der Indische Ozean bringt uns ganz schoen zum schlottern (eine kleine Vorahnung?) Nun sind es nur noch wenige Meter, die uns von einem (ja, doch) Highlight trennen. Die Bloukrans River Bridge, mit dem hoechsten Bungeebrueckensprung der Welt. Nach einmal hingeguckt is dann auch klar, dass das keiner von uns machen will.
Aber im kurzen Augenblick des cool sein wollens das Ticket gekauft und JA…..
ich bin 216 Meter in die Tiefe gejumpt. Wenig spaeter konnte ich es selbst nicht mehr glauben und bin dann mal gespannt, was ihr fuer Augen macht, wenn ihr auf dem Video mitgucken koennt.
Mein Bumperl hat dann im Tisikamma Nationalpark, mit dem aller schoensten Zeltplatz, direkt am Meer, wieder zur Ruhe gefunden. Die Wellen brechen schaeumend am Steinufer, waehrend die Sonne einen feuerroten Himmel zaubert. Man kann keine Worte finden fuer all diese Farben und Eindruecke! Aber einen tiefen Schlaf haben wir gefunden…
… Fortsetzung folgt!
dumone
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10
Februar
2008
Dieses Gefuehl, wenn man nicht mehr in Tagen und Stunden denkt… nun is es da!!!
Jetzt hab ich schon so lange nicht mehr geschrieben und doch so unendlich viel erlebt. Meine Arbeit hat sich nun voll auf das Winetasting verlegt und somit werd ich wohl immer klueger:0). Jeden Tag treffe ich dort interessante Menschen mit Geschichten, Ideen, jeden Tag neue Gespraeche und das Wissen ueber Wein hat wohl auch kein Ende.
Ja, was so taeglich passiert, ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es gibt so viele besondere Momente, gerade weil es etwas mehr Zuhausegefuehl wird.
Ich hab etwas die Umgebung von unserer Farm kennengelernt, war einen halben Tag mit im Crash (sowas wie ein Kindergarten der Farm),
hab an der Nachbarfarmen Fairview ein Winetasting gemacht, besonderst genossen, da Nadjas Eltern, ihre Schwester und Bekannten dabei waren und so n paar Stunden Deutsch reden auchmal wieder schoen war,
war in Stellenbosch, der Unistadt hier in Westerncap, alle “Ersties” haben kleine Theater aufgefuehrt mit Taenzen und Gesang und voller Herzblut, sie nennen es die “fensters”, hat mir sehr gut gefallen, es kamen Erinnerungsgefuehle an Rufabschlussabende auf,
konnte bei einem gemuetlichen panecakeevening etwas tiefer in die “Weisseseite” hier einsteigen, auch hier ist nicht alles soeinfach, wie es auf den ersten Blick mal wieder erschiehn,
ich habe unter dem genialsten Sternenhimmel allerzeiten geschlafen. An einem Abend war der Sternenhimmel so uuuuunglaublich, man konnte wirklich jeden Stern glitzern, funkeln, strahlen sehen und es war gemuetlich warm, aus Angst vor verirrten Schlagen haben wir unsere Matratzen auf die Stelzenverander eines Cottages gelegt und eine traumhafte Nacht erlebt. Morgens ging der Erntelaerm kurz vor dem goldwarmen Sonnenaufgang los, die Sonne spiegelte dieses einzigartige fast schon mystische Licht ueber die Reben,
habe ein Konzert in Paarl besucht, etwas enttaeuschend, eine schwarze Frau hatte eine ganz schoene Stimme hat aber nur Songs nachgesungen und irgendwie hatte ich mir es anderst vorgstellt, aber!!! danach ging es in einen “black\coloured club”. Es hies immer, dass die Maedels es nicht gerne sehen, wenn Weise kommen. Zwei Minuten auf der Tanzflaeche stand ich einem Kreis, wie im Hollywoodfilm, wurde angefeuert meine “moves” zuzeigen, die sehr geuebten Hueften der Afrikaner brachten mich aber schnell im direkten Duell aus dem Rennen, dann hatte ich zahlreiche Unterrichteinheiten, wunderschoene Gespraeche und einfach einen grandiosen Abend. Die “coolsten” Maedels bekommen ein Smirnoffcappy zum Abschluss und ja….. das bekam dann auch ich,
bei einer Weinprobe fuer alle umliegenden Weingueter habe ich Anita kennengelernt, die auf dem Nachbarweingut (eben Fairview) arbeitet und in ihrem Studium auch Deutsch belegt hat, mit ihr ging es einen Abend nach Stellenbosch, sie hat mir ihre Uni gezeigt und ihr Maedchenwohnheim und wo sie sich sonst, neben natuerlich intensivstem Lernen, die Naechte um die Ohren geschlagen hat. Auch hier ist es schoen, wenn die Orte Geschichten bekommen…
Sicherlich habe ich tausende viel kleinere Momente schon wieder vergessen, was mich anhaelt doch mal wieder oefter zu schreiben!
Ein Gefuehl breitet sich immer mehr aus, dass es einfach grandios ist, dass ich hier sein kann, dass die Zeit viel zuschnell vergeht, aber auch, dass das Vertraute einem fehlt und man eben selbst zurecht kommen muss im Ausland, mit allen allen Sonnenseiten und den Schattensekunden.
Also hoffentlich bis bald!
Eure Moni
dumone
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29
Januar
2008
Eine Einladung von Cass, der Cass – ja – zu ihr nach Hause. Der Versuch eines selbstgebacken Hefeapfelkuchens (bei ca. 40Grad gar nicht so einfach) in der Tasche gehts am Sonntag gegen 16Uhr los.
Gemeinsam mit Cass und Maggi (der zweiten Kuechenchefin) fahre ich raus aus Paarl Richtung Kap Stadt. Islamische Musik duddelt aus dem Radio und die beiden Damen erzaehlen sich auf Afrikans die neusten Neuigkeiten, waehrend ich den Ausblick und alles was kommen mag geniesse. Wir fahren vorbei an den Millionen von Huetten der Townshipdoerfer und etwa fuenf Minuten entfernt ist Maggies Haus. Sie spurrtet ueber die nicht gerade wenig befahrene Strasse und wir fahren weiter zum Viertel in dem Cass wohnt. Sie erzaehlt viel auf dem Weg, wie es war als alle Schwarzen hinter die Nahngleise ins Flacheland ziehen mussten, wie gluecklich sie nun ist in ihrem Viertel umgeben von moslimischen Familien, deren Kinder schon mit ihren Kindern aufgewachsen sind…
Und dann sind wir da. Ganz anderst als ich mir das Haus einer Starkoechin vorgestellt haette. Schlicht, gemuetlich, voller Fotos. Ich werde nicht wie ein Gast empfangen, sondern wie ein wieder nach Hause gekehrtes Kind und diese Herzlichkeit zieht sich durch die naechsten Tage, das ruehrt mich.
Wir essen ganz ungezwungen seefood vom Schnellimbiss neben an und ich geniesse die Atmosphaere und die Unterhaltung, die mich schon etwas auf den naechsten Tag vorbereitet.
Montagmorgen Frueh gehts los und zwar mit Cass Mann, als ob wir uns schon Jahre kennen, hat er sich einen Vormittag frei genommen um mir Kapstadt zu zeigen. Begleitet von vielen Erleuterungen, Erfahrungen und Gedanken zu seiner Zeit, der Zeit der Apartheid, wie es heute ist, fahren wir als erstes ins Bo Caap. Hier stehen Haeuser in den quitschlebendigsten Farben, mir gefaellts. Aber mit Cass Mann an meiner Seite bekommen die Haeuser Gesichter, ich sehe wo er aufgewachsen ist und wachse immer tiefer in seine Geschichte.
Wir fahren weiter Richtung Tafelberg, auf einer nicht gerade wenig befahrenen Strasse haben Kinder Sportunterricht, sie haben keinen anderen Ort erklaert mir Mr. Abrahams. Es ist eine ganz einfache Schule fuer ueberwiegend Schwarze (bedeutet, dass Weisse hier auch hinduerften, aber sie gehen auf ihre Privatschulen).
Der Tafelberg leigt bald vor uns. Eine weisse Wolke faellt wie Watte vorne ueber. Ein Zeichen fuer starken Wind. So ist es dann auch, die Gondel faehrt nicht und so verschiebt sich mein Traum dieses felsige, ruhende Monstrum in mitten der pulsierenden Stadt zuerkunden.
Wir fahren weiter entlang die wunderschoene Strasse, die ich schon kenne von unserem Beachausflug. Wir halten in oldbay einem wunderschoenen Fischmarkt, leider ist es noch etwas zu frueh fuer fish and chips, aber die Augen geniessen die fleissigen Fischer, die staunenden Touristen ueber die Perlentiere und andere afrikanische Kunstwerke. Weiter gehts mit dem perfekten Oceanview Richtung Cappoint Nationalpark.
Kurz vor dem Nationalpark hat ein Feuer vor ca. 5 Tagen gewuetet, wirklich gewuetet. Es ist erschreckend, so etwas live zusehen. Eine ganz andere Landschaft, kilometerweit, wie eine graue Wueste. Einzelne Haueserleichen stehen mitten im grauen nichts und auch einzelne strahlende gruene Buesche, das Feuer hat sich seinen ganz eigenen Weg gesucht. Es dauert ca. 5 Jahre bis sich die Natur wieder erholt hat, erzaehlt mir Cass Mann.
Der Nationalpark ist perfekt, vereinzelte Strausse springen umher, gestreifte Maeuschen kreuzen den Weg, schwarze Echsel sonnen sich und die Bahnfaehrt auch hier nicht wegen des Windes und so macht Cass Mann eine Kaffepause und ich erklimme den Cappoint. Mit brechenden Wellen krachen hier der Indische und der Atlantische Ozean aufeinander, alle moeglichen Farben gibt das Meer preis und zu beiden Seiten erstrecken sich traumhafte Straende.
Wir machen noch einen kurzen Stopp am Cap der guten Hoffnung und das Standarttourifoto und weitergehts.
Boulders ist unser naechstes Ziel. Wirklich tausende von Pinguinen raekeln sich hier am Strand, die meisten schlafen, ander schnabbeln und andere fuehren zur Belustigung aller Taenze auf. Es ist toll, die Tiere in ihrer freien Wildbahn zu erleben und meine Freude auf eine hoffentlich baldige Safari waechst.
Weiter gehts nach Simonstown, ein wirklich schoenes Staedtchen mit viel britischer Architetktur, durchquert kommen wir nach Fishhoeck. Hier gibt es nun an einem Fischstand mit Sitzmoeglichkeit und Moewenfuettern leckersten Fish und Chips (fuer 2Euro!) und Unterhaltungen mit allen moeglichen Leuten um uns herum. Hier hatten Cass und ihr Mann vor Jahren mal eine Art Imbiss, bis ein Hochwasser alles zerstoert hat, aber nur wenig spaeter mussten sie eh aufs flache Land ziehen.
Die Strasse schlaengelt sich gemuetlich nach Hause. Wir schweigen. Es geht mir vieles durch den Kopf.
Abends sitze ich noch lange mit Cass zusammen und wir reden ueber all die Eindruecke. Mein Eindruck ist, dass die Apartheid noch lange braucht, um aus dem taeglichen Leben hier zu verschwinden und das ich froh bin all das so live erlebt zu haben. So plumse ich mal wieder in einen tiefen, tiefen Schlaf.
Lasst Euch alle lieb gruessen!!!!!!!
dumone
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10
Januar
2008
Mittwoch, mein erster von zwei freien Tag, voll und ganz bereit Suedafrika zu entdecken.
Nach Ausschlafen und leckerem Obstfruehstueck gehts los. Marieke und ich, auf Richtung Kap Stadt. Mal wieder denkt ihr euch vielleicht, aber diesmal so richtig. Wir starten auf einem kleinen Markt mit wunderschoenen afrikanischen Schnitzereien, Stoffen, Schuesseln,… Riessige Giraffen strecken ihre Koepfe Richtung Tafelberg, der heute in all seiner Pracht zu sehen ist, einige Frauen sitzen im Schatten und versuchen zu fuenft eine Haarmaehne in Zoepfe zu flechten und einige Maenner polieren ihre Kunstwerke auf Hochglanz. Es ist recht reger Betrieb, ganz anders als am Wochenende, wenn die Stadt ausgestorben zu sein scheint. Wir lassen uns treiben mit der Menge und landen auf einem grossen Markt mit tausenden von Kleidern, Roecken, Hosen, T-Shirts, Schuehen in knalligen Farben und Millionen von spektakulaeren Ohrringen (!). Hier wird schon einwenig mehr gefeilscht, es erinnert mich ein ganzwenig an die Maerkte in Tansania, aber Europa hat hier eindeutig Einzug gehalten, alles geordnet, bekannte Schnitte ect. Aber auch hier begeistern mich die Maerkte! An den Kleidermarkt schliesst sich direkt ein Obst- und Gemuesemarkt an. Interessante, meist aeltere Gesichter blicken uns entgegen, gekennzeichnet durch ihre harte Arbeit in der Sonne. Wir goennen uns zuckersuesse Mangos und knackige Trauben und schlendern noch einwenig umher.
Als naechstes fuehrt unser Weg uns entlang der Chapmenspeakroad, wir fahren durch verschiedenste kleine und groesse Doerfer, mit herrlicher Aussicht auf den Indischen Ozean und auf der rechten Seite, riessige Felsen, die die 12 Apostel genannt werden, die Strasse schlaengelt sich bestimmt eine Stunde lang, bis wir einen kilometerlangen weissen Sandstrand erblicken, unser Ziel. Der Wind weht etwas zu stark und so haben wir den Strand fast fuer uns alleine. Das Wasser ist a…. kalt, keine Change fuer eine Abkuehlung, aber den Ausblick geniessen, den Wellen lauschen, einfach ein paar Stunden chillen. Dem Sonnenuntergang nahe, packen wir unsere Sachen und fahren die schoene Strasse zurueck, bis hin zu einem Restaurant direkt am Meer. Bei einem Cocktail geniessen wir ausgiebigst den Sonnenuntergang, erst ganz langsam und dann in saussender Geschwingigkeit die strahlensten rotrosa Toene an den Horizont zaubert. Eigentlich ein gradnioser Abschluss, aber – nein, dieser Tag ist nochlange nicht vorbei…
… bei einem kleinen Lunch hatte der Kellner uns zu einer Drumsation eingeladen. Also ab nach Kaptown City, in die Longstreet, die Kneipen- und Clubstrasse der Stadt, einmal um die Ecke und wir stehen vor einem back baker house. Wirkliches Afrikafeeling macht sich bei durchdringenden Rhythmen breit. Grandios, wir lernen die verschidenen Handhaltungen, verschiedene Anfangsrhythmen und viele neue Gesichter und Geschichten kennen. Ca. 7 Leute aus aller Welt (Israel, Tansania, Namibia, Suedafrika und eben Holland und Deutschland), verfallen dem Rausch der Trommeln, bis tief in die Nacht.
Mit schnellklopfendem Herzen falle ich in tiefen suedafrikanischen Schlaf unter strahlendem Sternenhimmel und kann kaum genug bekommen von all den Abendteuern!
Euch ganz herzliche Gruesse, bei 39 Grad – der Sommer ist ausgebrochen…
dumone
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8
Januar
2008
Rueckblick, auf eine erste nun schon fast eineinhalb Woche…
Was mir hier begegenet ist so ganz anderst, als meine Erlebnisse in Tansania, das dachte ich zumindest auf den ersten Blick.
Hinter mir liegt eine erste Woche, voll mit einzigartigen Erlebnissen der ganz anderen Art. Die Arbeit in der Kueche macht immer mehr Spass. Wir brauchten ein bisschen um uns an einander zu gewoehnen und auch die Sprache ist ein Problechen (und so lerne ich nun einen Grundstock an Afikansvokabeln). Mir ist es vergoennt, von einer der beruehmstesten Suedafrikanischen Koechinnen zu lernen – Cass Abrahams – koennt ihr mal googeln. Sie ist aber auch von ihrer Person her ein sehr interessanter Mensch und bereit mir viel beizubringen, allerdings mit dem Wusch, dass ich doch zur Kueche zurueck finden solle… Auch sonst gewoehne ich mich langsam an den Arbeitsrhythmus, auch hier ist pole, pole angesagt, wenn es jetzt auch stadeg heisst. Die Art zu kochen faszienert, Gewuerze wie Zimt, Cardamon und und und gehoeren zum taeglichen und ich muss dagen, es mundet sehr. Meine Woche besteht aus fuenf Tagen und immer so von 9Uhr bis 16Uhr, also genug Zeit, lange Spaziergaenge durch die Traubenhaenge zu unternehemen.
Und Abends, oh ja, da is wirklich immer was los, dass sich langsam ein akuter Schlafmangel einstellt.
Vielleicht fang ich mich Silvster an. Eingeladen von Familie Seidel, gings in einem Traktoranhaenger auf den Weinberg, um den letzten Sonnenuntergang des Jahres anzusehen. Einzigartig! Der Himmel in allen erdenklichen rot bis rosa Toenen umschmeicheln die tausenden Weinreben, die kleinen Huegelchen und spiegeln sich in den Daemmen, bis sie am Tafelberg brechen. Bei einem Glas Champanger (grrrrr;0) geniessen ich mit vielen Gaesten die Aussicht. Es ist ein lockerer Abend mit Jukebox, Tanz, Buffet, vielen verschiedenen Nationalitaeten und kurz nach 12 einer echten Deutschenhefeneujahrsbrezel (von den Kindern Helena und Cassandra mit mir gebacken).
Am naechsten Abend ein Brai (Suedarfrikanisch Barbeque), hiesst gemuetliches beisammen sitzen und grillen, noch ziemlich europaeisch, es geht weiter ueber kurzen Stop in Kapstadt, an der Waterfront essen und etwas Livemusik geniessen, ueber mein erstes Ausgehen in Kapstadt (nun sind wir ein dreier Trueppchen Marika, Nadja, auch aus Deutschland, macht auch ein Praktikum hier, hat auch sofort gepasst!! und myself, ein lustiger Abend in interessanten Klubs…), ueber meinen ersten scheins echten suedafrikanischen Brai mit Braipredjes, kudu (so ein Tier mit Hoernen, koennt ihr auch mal googeln) und Cardaman gewuerzter Grillwurst inclusive mindestens 2 Stunden warten, eben stadeg (was sich gut aushalten laesst mit viel Bier und Wein :0), bis hin zu meinem ersten Touristentag in Kapstadt, mit National Museum, Gardens und kleinem Rundgang uber den Flowermarket.
Bei all dem Luxus, da laesst man sich gern blenden, vergisst glatt, dass man in Afrika ist, wo doch alles so anders ist.
Heute war in der Kueche wirklich nichts zutun und scheins sind wir nun soweit, uns richtig zu unterhalten. Die Unterhaltung ging mit: “In Deutschland ist doch alles total easy! Oder?”, los und so waren wir schnell im grossen Thema der zwei Welten. Und waehrend ich mir die Geschichten der einzelnen anhoere, ihre Probleme, Kaempfe usw. da bin ich wieder da, ganz drin im “normalen” Afrika, mit all seinen Krankheiten, seiner Armut, seinen unerfuellten Wuenschen, aber auch mit seiner Zusammengehoerigkeit, seiner Seite der Zufriedenheit, von der wir noch soviel lernen koennen und seiner atemraubenden Natur, die den Menschen unteranderem Arbeit und Nahrung bringt. Ich schuettele nicht mehr den Kopf ueber Essensreste sammeln und andere Dinge die mir eher, naja, unanstaendig vorkommen. Recht dankbar bin ich fuer diese Momente, sonst ist es eben “nur” ein grossartiges Abendteuer, aber so ein grossartiges Abendteuer mit Tiefgang.
Morgen ist mein Offday und ich freue mich auf einen “Tiefgang” der anderen Art: Kopfueber ab in den Ozean!!!
In diesem Sinne Euch ein paar strahlenste Sonnenmomente mit aller liebsten Gruessen!!!
dumone
Allgemein
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